«Die ganze Welt passt in jedes Gemälde von Carles, weil die ganze Welt in ein einziges Gefühl passt.»

Gustavo Villapalos,

über die Pariser Ausstellung 1995

Mystische Hochzeiten mit gezähmter Natur: So sehen die Gärten von Carles aus.

Wenn es sich nicht um Obstgärten handelt, sind es Straßen und Orte eines hypostatischen Mallorcas, die durch die konkrete Emotion eines bestimmten Augenblicks wiederhergestellt werden. Carles grenzt einen Bereich ab, kalibriert den Ton seines Lichts, klassifiziert seinen Nachhall, unterscheidet zwischen der Schwingung jedes Schattens, katalogisiert die Profile der Formen im Äther, analysiert das vielgestaltige Gesicht der Landschaft und… lauscht dann dem Echo dass jede Strahlung in deinem Bewusstsein erzeugt. Und sie übersetzen es in Farben auf der Leinwand.

Die Ränder der Leinwand sind die Wände des Hortus conclusus, jenes Ortes, der das Zentrum eines Horizonts an anderen Orten darstellt. Die Anwesenheit des Rests der Welt zwingt dem abgegrenzten Territorium eine besondere Struktur auf, die sich sowohl durch das Sichtbare als auch durch den Kontext verdichtet, der den Text verunreinigt, um ihn exklusiv, aber nicht exklusiv zu machen. Die ganze Welt passt in jedes Gemälde von Carles, weil die ganze Welt in eine Emotion passt. Darin können Sie die impressionistischen Vorlieben erahnen, diese großartige und akribische Berufung, mehr als einen Ort, einen Geisteszustand darzustellen.

Aber dieser Einfluss erschöpft nicht die Genealogie seiner Sichtweise. Sein Gedanke ist sein Blick. Carles geht durch seinen Garten wie Polifilo durch seinen Traum: begleitet von zwei Nymphen.

Wenn man Thelemia – Der Wille, Das Verlangen – nennt; die andere, Logistik – La Razón-. Deshalb erahnt jeder, der sein Werk betrachtet, hinter dem Pinsel den Asketen, der die Unordnung und die wilde Natur reinigt. Der locus horridus wird in eine Oase verwandelt, ein umfassbares, aber intensives Abbild des imaginären Paradieses. Locus amoenus ist also ein wirksamer Balsam für Geister, die unter Zerstreuung leiden und von Empfindungen überwältigt werden, von denen viele elend sind und keines davon nur Ekstase ist.

Postmoderne Kunst schmeichelt und füllt den Teil unserer Seele, der von Prekarität geprägt ist. Carles‘ Gärten wirken jedoch wie ein Heilmittel, dessen Wirkprinzip in der Klarheit des Verdachts bestehen könnte, dass die Leinwand nichts anderes als der Treffpunkt einiger für den Moment zusammengeschweißter Formen und Farben ist. Wenn uns alles blendet, erleuchtet uns Carles. Als gäbe es keine Fragen mehr. Nur Antworten, die uns mit dem Endgültigen berauschen, Langeweile und Entsetzen vertreiben und uns wie reine Geister reagieren lassen, die von der Gelassenheit des Kobalts verschlungen werden. Auch wegen der ausufernden Euphorie der Gelben.

Gustavo Villapalos,
über die Pariser Ausstellung 1995

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